4 neue Landschaften

Ich habe den Kampf mit meinem Echtbütten Aquarellpapier (Cézanne) von Hahnemühle endlich gewonnen wie ich finde. Schon mehrmals habe ich begonnen bzw. versucht auf diesem Papier etwas zu malen, aber es sah aus wie eine Kinderkleckserei. Ich benutzte bisher rauhes kaltgepresstes Aquarellpapier (Britannia) aus Holzfasern. Das ist auch von Hahnemühle und es ließ mir ein hervoragendes Hin- und Herarbeiten zu. Ich konnte Farbe auftragen und diese bis zu einem gewissen Grad auch wieder abnehmen. Das Cézanne ist aus 100% Baumwollhadern und läßt genau dieses nur sehr spartanisch zu. Es saugt verdammt schnell das Wasser auf. Ich hab das Gefühl man kann da ewig viel drauf tun und doch trocknet es ratz fatz weg. Mein bisher übliches Hin- und Herarbeiten ist da schier nicht möglich. Ich stand kurz davor dieses doch teure Papier einfach in den Müll zu werfen oder für Grußkarten oder Lesezeichen als Verstärkung zu verbasteln.

Dann habe ich auf YouTube ein Video gesehen, wo der Künstler mit ähnlichem Papier arbeitet. Aber so ganz anders als ich. Er trägt mehrere Schichten auf. Geht über Flächen immer und immer wieder drüber bis der gewünschte Farbton erreicht ist. Das Papier lässt es zu, es geht ja eh nix ab. Da habe ich mir gedacht, dass werde ich auch mal probieren und habe mich an diese vier Landschaften von der Größe 15 x 10 cm gewagt.

Aquarell Sonnenuntergang
Aquarell Sonnenuntergang Hol es dir

Begonnen habe ich mit diesem Sonnenuntergang. Ich bin bestimmt 5 mal über das Violett oben drüber gegangen bis ich die richtige Tiefe erreicht hatte. Was hier noch verbesserungswürdig ist, ist das ich das nächste mal einen Flachen größeren Pinsel verwende. Dann wird es weniger streifig werden. Unten im Vordergrund konnte ich das Violett sogar noch etwas abheben. Das funktioniert bei dem Papier am besten wenn es noch feucht ist mit einem weniger feuchten Pinsel den man immer wieder abstreift und trocknet.

Aquarell Nebel am See
Aquarell Nebel am See Hol es dir

Mein zweites Bild war dieser neblige See. Das Referenzfoto stammt von Pixabay und ist leicht abgewandelt. Hier habe ich nicht wie üblich den Wald im Hintergrund erst vollständig gemalt um dann mit einem Tuch das wieder abzunehmen, ich musste hier von vorn herein die franselige Kante für den Nebel malen und direkt als es noch feucht war mit einem Pinsel mit nur Wasser den weichen Abschluss setzen. Diesen hab ich dann noch mit einem Tuch abgetupft. Aber das war mehr Gewohnheitssache. Bei diesem Bild kann man erkennen das am unteren Nebelrand noch über der Spiegelung des Waldes ein gelber Schimmer zu sehen ist. Ich habe dummerweise (gewohnt von Acryl) den See mit dem Himmel eingemalt und konnte dann die Farbe nicht mehr runterbekommen für den Nebel. Aber trotzdem finde ich das es am Ende doch so ganz gut aussieht.

Aquarell Nebel in den Bergen
Aquarell Nebel in den Bergen Hol es dir

Das ist mein drittes Bild. Das war etwas aufwändiger zu Malen. Nach jeder einzelnen Ebene musste ich das Bild trocknen lassen um eine scharfe Berglinie bei der nächst vorderen Ebene zu erzielen. Wichtig war hier das die Farbe weich nach unten ausläuft. Das Referenzfoto stammt auch von Pixabay, ist jedoch gerade im Vordergrund abgewandelt. Auf dem Original befindet sich eine Straße die ich in künstlerischer Freiheit weggelassen habe.

Aquarell Am Meer
Aquarell Am Meer Hol es dir

Bild Nummer vier ist eines meiner Lieblingsmotive. Meer, Strand und Wellen. Auch hier habe ich ein Referenzfoto von Pixabay genutzt. Dieses Mal habe ich es nahezu originalgetreu abgemalt. Dadurch das das Papier die Farbe nicht mehr rausrückt, konnte ich Stück für Stück das Türkis im Vordergrund ausarbeiten. Den weißen Schaum der Wellen und im Sand habe ich einfach freigelassen. Das benötigt immer eine hohe Konzentration. Ich neige oft dazu weiße Flächen ausmalen zu wollen.

Ich hoffe ich konnte euch ein klein wenig Geschmack auf das Cézanne Papier machen, falls ihr derart nicht schon benutzt. Ich werde mir dieses glatte Papier wohl nicht noch einmal holen. Wenn es das in rauh gibt dann versuche ich es nochmal, ansonsten bleibe ich bei meinem geliebten Britannia.