Tutorial: Rehe im Winter

Ich habe  mir gedacht es ist wieder einmal Zeit für ein kleines Fototutorial für ein Bild was ich Rehe im Winter genannt habe. Alle Bilder die ihr auf dieser Seite findet kann man durch anklicken vergrößern. Wer mein Originalbild haben möchte kann dies hier tun.

Zunächst habe ich mir eine Fotoreferenz von Pixabay für die Rehe gesucht um die Konturen recht einfach zu nutzen.

Als Papier habe ich 300 g/m² Aquarellpapier von Hahnemühle genommen. Genauer gesagt das Papier Britannia rau. Es ist mein absolutes Lieblings Papier da es dick genug ist und ich die Struktur sehr gern mag. Ich habe dieses Papier mit 2 Schichten weißem Gesso von Schmincke grundiert. Das muss man eigentlich gar nicht machen, jedoch habe ich einen schon mal mit Aquarellfarbe bemalten Papierrest genommen und die Farbreste somit mit dem Gesso überdeckt.

Für den Hintergrund habe ich mit einer Mischung aus Titanweiß, Phthalo blau und einen Hauch Türkis diesen Farbverlauf angelegt. Wenn man Wert auf sanfte Übergänge legt ist zügiges Arbeiten und tupfender Farbauftrag wichtig. Als Pinsel habe ich einen da Vinci nova synthetics 1570 Größe 6 genommen.

Im nächsten Schritt habe ich noch einen dunkleren Bodenbereich eingetupft. Ich habe dazu ein bisschen (!) Carbon Schwarz und Phthalo Blau gemischt.

Kaum auf dem Foto zu sehen habe ich, nachdem die Farbe vollständig getrocknet ist, die Rehe eingezeichnet. Das kann man entweder Frei Hand tun oder aber man druckt sich die Vorlage aus und färbt mit Bleistift die Rückseite (nur da wo die Linien sind) ein. Dann hat man sowas wie ein Durchschlagpapier.

Mit der selben Farbmischung aus Phthalo Blau und Carbon Schwarz habe ich nun die Reh-Silhouetten eingemalt. Ich habe hierfür einen Größe 1 Pinsel von da Vinci nova synthetics 1570 genommen.

Zurück zu dem größeren Pinsel habe ich nun mit einer Mischung aus Phthalo Blau, einem Hauch Titan Weiß und etwas Glazing Medium von Golden eine transparente neblige Schicht bis fast die Körper der Rehe bedeckt waren gemalt.

Das letzte Tüpfelchen auf dem i sind in diesem Fall vereinzelte Schneeflocken. Die sind recht einfach mit purem Titan Weiß und einem Zahnstocher von mir gesetzt worden. Nachdem das Bild vollständig getrocknet ist, möchte ich die Farben noch mehr zur Geltung bringen.

Das schafft man am besten in dem man 2 dünne Schichten Glanzlack aufträgt. Hierfür benutze ich Gloss Varnish von Liquitex (die rote Flasche). Ich trage Schutzschichten wie Lacke immer mit dem Pinsel auf. Ich finde Spray hat zu viel Verlust und wird oft nur ungleichmäßig. Als Pinsel nehme ich einen einfachen sehr weichen Pinsel. Das Gloss Varnish von Liquitex ist auf Wasserbasis und geruchsneutral. Es trocknet wasserfest.

Viel Spaß beim nachmalen. Bis zum nächsten Mal.

Qualle

Es ist warm bzw. heiß und das Meer zu weit weg. Auf Freibad habe ich keine Lust. So habe ich heute im Garten ein kühles Motiv gemalt. Ich hoffe diese Tierchen in meinem Meeresurlaub nicht anzutreffen. Aber schön sind sie ja schon.

Ich habe mal wieder Cèzanne Aquarellpapier verwendet. 300g schwer und hot pressed. Als erstes habe ich meinen Block in vier Bereiche eingeteilt und mit etwas Klebeband voreinander geschützt. Die Fläche oben links habe ich dann mit reichlich Wasser befeuchtet. Gerade wenn man draußen malt trocknet alles schneller weg.

Der nächste Schritt war das Einfärben. Zunächst einmal mit türkis. Ich habe dafür einen Flachpinsel benutzt. Ich habe versucht die Mitte etwas heller zu lassen.

Da mir das Ganze doch noch was zu grün und parallel streifig war bin ich nochmals mit Ultramarin Blau in Kreisen drüber gegangen. Zwar sieh man in der Mitte immer noch Steifen aber da kommt ja gleich noch die Qualle drüber.

Den dunklen Quallenkopf habe ich mit Ultramarin Blau und Indigo gemalt. Die dickeren kräuseligen Teile nur mit Ultramarin blau.

Am Ende muss man mit lockeren Strichen nur noch die Tentakeln / Nesselfäden hinzufügen. Hier kam wieder Indigo zum Einsatz. Nachträglich habe ich in den Quallenkörper noch Violett eingesetzt da es durch das ganze Indigo etwas flach erschien.

Und fertig ist die Qualle.

4 neue Landschaften

Aquarell Landschaften

Ich habe den Kampf mit meinem Echtbütten Aquarellpapier (Cézanne) von Hahnemühle endlich gewonnen wie ich finde. Schon mehrmals habe ich begonnen bzw. versucht auf diesem Papier etwas zu malen, aber es sah aus wie eine Kinderkleckserei. Ich benutzte bisher rauhes kaltgepresstes Aquarellpapier (Britannia) aus Holzfasern. Das ist auch von Hahnemühle und es ließ mir ein hervoragendes Hin- und Herarbeiten zu. Ich konnte Farbe auftragen und diese bis zu einem gewissen Grad auch wieder abnehmen. Das Cézanne ist aus 100% Baumwollhadern und läßt genau dieses nur sehr spartanisch zu. Es saugt verdammt schnell das Wasser auf. Ich hab das Gefühl man kann da ewig viel drauf tun und doch trocknet es ratz fatz weg. Mein bisher übliches Hin- und Herarbeiten ist da schier nicht möglich. Ich stand kurz davor dieses doch teure Papier einfach in den Müll zu werfen oder für Grußkarten oder Lesezeichen als Verstärkung zu verbasteln.

Dann habe ich auf YouTube ein Video gesehen, wo der Künstler mit ähnlichem Papier arbeitet. Aber so ganz anders als ich. Er trägt mehrere Schichten auf. Geht über Flächen immer und immer wieder drüber bis der gewünschte Farbton erreicht ist. Das Papier lässt es zu, es geht ja eh nix ab. Da habe ich mir gedacht, dass werde ich auch mal probieren und habe mich an diese vier Landschaften von der Größe 15 x 10 cm gewagt.

Aquarell Sonnenuntergang
Aquarell Sonnenuntergang Hol es dir

Begonnen habe ich mit diesem Sonnenuntergang. Ich bin bestimmt 5 mal über das Violett oben drüber gegangen bis ich die richtige Tiefe erreicht hatte. Was hier noch verbesserungswürdig ist, ist das ich das nächste mal einen Flachen größeren Pinsel verwende. Dann wird es weniger streifig werden. Unten im Vordergrund konnte ich das Violett sogar noch etwas abheben. Das funktioniert bei dem Papier am besten wenn es noch feucht ist mit einem weniger feuchten Pinsel den man immer wieder abstreift und trocknet.

Aquarell Nebel am See
Aquarell Nebel am See Hol es dir

Mein zweites Bild war dieser neblige See. Das Referenzfoto stammt von Pixabay und ist leicht abgewandelt. Hier habe ich nicht wie üblich den Wald im Hintergrund erst vollständig gemalt um dann mit einem Tuch das wieder abzunehmen, ich musste hier von vorn herein die franselige Kante für den Nebel malen und direkt als es noch feucht war mit einem Pinsel mit nur Wasser den weichen Abschluss setzen. Diesen hab ich dann noch mit einem Tuch abgetupft. Aber das war mehr Gewohnheitssache. Bei diesem Bild kann man erkennen das am unteren Nebelrand noch über der Spiegelung des Waldes ein gelber Schimmer zu sehen ist. Ich habe dummerweise (gewohnt von Acryl) den See mit dem Himmel eingemalt und konnte dann die Farbe nicht mehr runterbekommen für den Nebel. Aber trotzdem finde ich das es am Ende doch so ganz gut aussieht.

Aquarell Nebel in den Bergen
Aquarell Nebel in den Bergen Hol es dir

Das ist mein drittes Bild. Das war etwas aufwändiger zu Malen. Nach jeder einzelnen Ebene musste ich das Bild trocknen lassen um eine scharfe Berglinie bei der nächst vorderen Ebene zu erzielen. Wichtig war hier das die Farbe weich nach unten ausläuft. Das Referenzfoto stammt auch von Pixabay, ist jedoch gerade im Vordergrund abgewandelt. Auf dem Original befindet sich eine Straße die ich in künstlerischer Freiheit weggelassen habe.

Aquarell Am Meer
Aquarell Am Meer Hol es dir

Bild Nummer vier ist eines meiner Lieblingsmotive. Meer, Strand und Wellen. Auch hier habe ich ein Referenzfoto von Pixabay genutzt. Dieses Mal habe ich es nahezu originalgetreu abgemalt. Dadurch das das Papier die Farbe nicht mehr rausrückt, konnte ich Stück für Stück das Türkis im Vordergrund ausarbeiten. Den weißen Schaum der Wellen und im Sand habe ich einfach freigelassen. Das benötigt immer eine hohe Konzentration. Ich neige oft dazu weiße Flächen ausmalen zu wollen.

Ich hoffe ich konnte euch ein klein wenig Geschmack auf das Cézanne Papier machen, falls ihr derart nicht schon benutzt. Ich werde mir dieses glatte Papier wohl nicht noch einmal holen. Wenn es das in rauh gibt dann versuche ich es nochmal, ansonsten bleibe ich bei meinem geliebten Britannia.

Lavendelfeld

Aquarell Lavendelfeld

Das Beste beim Malen ist neben dem Malen an sich das entfernen des Malerkrepps / Klebebandes. Dann kommen die weißen Ränder zum Vorschein und es sieht einfach gut aus.

Dieses Lavendelfeld habe ich mit Hilfe von Rubbelkepp gemalt. Die Lavendelblüten im Vordergrund habe ich maskiert und dann mit einer Nass in Nass Technik den Hintergrund erstellt. Nach dem Trocknen des Papiers habe ich das Rubbelkepp entfernt und die Blüten gemalt. Durch das Freilassen von weißen Stellen sind besondere Akzente auf dem Bild zu sehen.

Ich verwende durch einen Tipp aus einer Facebook Gruppe „Aquarellieren für Anfänger“ das rosa Band von Tesa.

Das ist unglaublich sanft. Und zerfranst auch nicht das empfindliche Aquarellpapier.